Besser für Brixen


28.08.2008
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BRIXEN
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Familien-freundliche Gemeinde – Eine Chance für Brixen

19.03.2005
Die familienpolitischen Herausforderungen für die Stadt Brixen waren heute Gegenstand einer gemeinsamen Pressekonferenz von SVP-Bürgermeisterkandidat Albert Pürgstaller, Landesrätin Sabina Kasslatter-Mur und SVP-Stadträtin Silvia Zanotto. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welche Handlungsfelder sich für die Gemeinde aufgrund der neuen familienpolitischen Dienstleistungen des Landes auftun, welche familienpolitischen Maßnahmen Brixen in den vergangenen Jahren umgesetzt hat und wie sich die Stadt künftig noch stärker als familienfreundlicher Standort profilieren kann.

Familienpolitik im Zusammenspiel von Land und Gemeinde

Familienlandesrätin Kasslatter Mur erörterte zunächst das Paket an familienpolitischen Dienstleistungen auf Landesebene. Neben den Betreuungsstrukturen für Kleinkinder und den Betreuungsangeboten für Kinder und Jugendliche außerhalb der Öffnungszeiten von Schulen und Kindergärten wolle man künftig vor allem auch auf die Familienbildung und –begleitung setzen, betonte Sabina Kasslatter-Mur. Ziel sei es, die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Verwaltungen – darunter die Gemeinden – zu verbessern, Partnerschafts- und Erziehungskompetenz zu fördern, familienorientierte Tätigkeiten zu unterstützen und Förderkriterien auf ihre Familienfreundlichkeit zu überprüfen.

Stadträtin Silvia Zanotto zog Bilanz über die familienpolitische Tätigkeit der Gemeinde in den vergangenen Jahren. Die Betreuungsangebote konnten durch den Ausbau der Plätze im Kinderhort, die Errichtung des Käferle Kinderhauses in der Gewerbezone und die Unterstützung der Sommerbetreuungsprojekte von verschiedenen Vereinen stark ausgeweitet werden, betonte die Stadträtin. Auch in den Bereichen Schulausspeisung, sichere Schulwege und Spielplatzgestaltung habe die Gemeinde verschiedenste Maßnahmen getroffen, um den Bedürfnissen der Brixner Familien gerecht zu werden. Wert auf Familienfreundlichkeit legt die Gemeinde auch innerhalb der eigenen Strukturen: durch die Schaffung von vielen Teilzeitstellen haben alle Bediensteten, die es in den vergangenen Jahren wünschten, die Möglichkeit erhalten, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Starke demografische Entwicklung – Nachholbedarf im Wirtschaftsbereich

Bürgermeisterkandidat Albert Pürgstaller zeigte im Anschluss anhand von verschiedenen Daten die soziale und wirtschaftliche Situation von Brixen im Städtevergleich und den sich daraus ergebenden Handlungsbedarf in den kommenden Jahren auf. „Die demografische Entwicklung der Stadt Brixen kann sich sehen lassen,“ betonte Albert Pürgstaller, „denn im Städtevergleich können wir mit einem starken Bevölkerungszuwachs, einem niedrigen Altersstrukturkoeffizienten und einer verhältnismäßig hohen durchschnittlichen Haushaltsgröße aufwarten. Diese Situation gelte es für die Zukunft abzusichern. Auch bei der Erwerbsquote schneide Brixen im Städtevergleich gut ab: sowohl jene der Männer als auch jene der Frauen liege über dem Durchschnitt. Positiv sei auch die Anzahl der Unternehmensanmeldungen, während im Bereich der Wertschöpfung und der Einkommenslage noch Nachholbedarf bestehe.

Betreuungsstrukturen stärken

„Im Bereich der Kinderbetreuung wird die Nachfrage nach flexiblen Angeboten in den kommenden Jahren sicher deutlich zunehmen“, meinte Albert Pürgstaller. Vor allem bei der Betreuung außerhalb der Öffnungszeiten gelte es, stark aufzuholen. Eine Ganztagsschule könnte sich hier als ein familienpolitisch zukunftsfähiges Modell erweisen.

Überteuerter Wohnungsmarkt

Auch im Wohnsektor liegt Brixen im Städtevergleich weit vorne, was die Bautätigkeit anbelangt. Allerdings stünden dieser Entwicklung viel zu hohe Preise für Baugrund und Mieten gegenüber. „Hier gilt es nach Möglichkeiten zu suchen, um auch Familien des Mittelstands Zugang zu familiengerechten und erschwinglichen Wohnungen zu verschaffen“, betonte Pürgstaller. Bei der Anzahl der Institutswohnungen liegt Brixen mit 27,4 Wohnungen je 1000 EW im unteren Bereich. Dasselbe gilt für das Wohngeld, mit nur 17,9 genehmigten Gesuchen je 1000 EW im Jahr 2004. „Auch hier haben wir absoluten Nachhol- und Aufklärungsbedarf und müssen unser Engagement für den Bau von sozialen Wohnungen entsprechend verstärken, um dem freien Markt Paroli zu bieten,“ so Pürgstaller.

Zu hohe Belastung durch Steuern und Gebühren

Deutlich über dem Durchschnitt liegt Brixen bei den Gebühren für Wasser, Abwasser und Müll sowie bei der Gemeindezusatz- und Gemeindeimmobiliensteuer. Um hier die Belastung für die Familien zu senken, müssen alle Leistungen auf ihre Notwendigkeit überprüft und die Gebührenpolitik im allgemeinen zur Diskussion gestellt werden,“ zeigte sich Pürgstaller überzeugt.

Familienpolitik ist wichtigste Investition in die Zukunft

„Die wichtigsten Anforderungen an eine zukunftsfähige Familienpolitik für Brixen ergeben sich aufgrund dieser Bestandsaufnahme von alleine,“ betonte Pürgstaller am Ende der Pressekonferenz. Von der Sicherung der Einkommen, über eine stärkere Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, den Ausbau der Betreuungsangebote, die Familienbildung und –begleitung bis hin zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und mehr Steuergerechtigkeit. Alles in allem gehe es darum, die Rahmenbedingungen in der Gemeinde so zu verbessern, dass mehr junge Menschen ihren Wunsch nach Familie realisieren können, denn mehr Kinder bedeuten mehr Wohlstand und Wachstum für die gesamte Gesellschaft. Dieser Herausforderung muss sich Brixen in den kommenden Jahren stellen.


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